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[Bloggequatsche] Mein SuB und ich – Sandra zwischen Bücher lesen und Bücher horten

September 29, 2022

Als ich vor mittlerweile 9 Jahren mit dem Bloggen angefangen habe, hätte ich niemals gedacht, dass sich dieser Blog so entwickeln würde und ich auch nach so langer Zeit noch so gern über Bücher rede, schreibe und träume. Und ich glaube auch, dass Vergangenheits-Sandra niemals gedacht hätte, dass sie mal einen so hohen Stapel an ungelesenen Büchern haben würde. Was ist da nur passiert?

Ich kann mich noch ganz genau erinnern, als ich vor 9 Jahren das erste Mal mit dem Blog mit Leben gefüllt habe und in die Bloggerwelt eingestiegen bin, dass ich immer total begeistert war, wie viele Bücher all die anderen Blogger*innen hatten. Ich war richtig verliebt in fremde Bücherregale und natürlich stieg der Wunsch mir selbst eine Bibliothek anzulesen und aufzubauen. Damals hatte ich genau ein kleines Bücherregal mit 5 Brettern und das gerade mal 1,80m hoch war, dass weiß ich so genau, weil ich damals dachte, wenn das voll ist mit Büchern, die ich gelesen habe, dann wäre das grandios. Ich würde sagen, dass ist mir gelungen ;).

 

Das Regal war, wie man sich vorstellen kann, recht schnell voll und ich habe einfach wie im Rausch Bücher bestellt und gelesen, denn endlich gab es jemanden – die Buchcommunity – mit dem ich all das teilen konnte. Es war so ein wundervoller Ort, und er ist es bis heute für mich geblieben. Aber mit dem Kaufrausch kam auch irgendwann die Erkenntnis, dass ich vermutlich nicht direkt alle Bücher werde lesen können, die ich da gekauft habe. Damals dachte ich mir, dass das nicht so schlimm sei, dann lese ich sie eben später. Später. Irgendwann. Und damit schlich er sich in mein Leben: der Stapel ungelesener Bücher.

 

Der Gang in den Buchladen wurde zu einem Wohlfühl-Moment, einem Moment, denn ich ganz oft erleben wollte. Umgeben von Neuerscheinungen, Büchern die neuen Abenteuer beinhalten, ist bis heute ein Gefühl, dass ich einfach liebe. Und es ist fast eine kleine Sucht zu schauen, was es Neues gibt in der Buchhandlung, oder auch in anderen Städten und Ländern den Buchladen aufzusuchen. Dementsprechend wurde immer gern ein Buch gekauft und so wanderten immer mehr Bücher ins Regal und ich verlor etwas die Übersicht. Damit kam was kommen musste: der Super-Gau.

 

Der Super-Gau war der Moment vor ungefähr 5 Jahren – von mir geschätzt – als ich plötzlich nicht mehr wusste wie viele Bücher eigentlich genau auf meinem Stapel der ungelesenen Bücher liegen. Die Zahl hat mich dann mehr als überrascht, eher noch schockiert: fast 200 Bücher lagen da daheim rum, ohne dass sie gelesen wurden. An dem Tag wusste ich, dass ich das irgendwie koordinieren musste, sonst würde ich irgendwann komplett den Kopf verlieren.Mein ultimativer Plan sah wie folgt aus:

  1. Bücher aussortieren – würde ich dieses Buch, was auf dem SuB liegt, tatsächlich noch lesen wollen?
  2. Bücher dokumentieren – alle auf dem SuB befindlichen Bücher werden digital erfasst
  3. Buddyreads nutzen – zusammen mit anderen Leser*innen den SuB in Buddyreads abbauen
  4. Abbauchallenges beitreten – die geben einen Schub zum Abbau des SuB und man entdeckt den SuB ganz neu

 

Der Plan klang richtig gut und ich bin etwas stolz auf mich, dass ich ihn tatsächlich umgesetzt habe. Dennoch braucht das Abbauen des SuB Zeit, und zwar richtig viel Zeit. Denn natürlich gibt es weiterhin den Gang in den Buchladen, die Rezensionsexemplare die einen erreichen, Buchgeschenke und all die anderen Wege auf denen neue Bücher ins Regal gelangen. Und dabei ist mir noch etwas bewusst geworden, es gibt einfach einen Unterschied zwischen Bücher lesen und Bücher horten. Und aus meiner Sicht zeigt beides eine intensive Liebe zu Büchern! Und ich stehe ganz offen dazu: Ich bin ein Buchhorter!

 

Dennoch siegt auch irgendwann die Vernunft – und der Platz in einer Wohnung wird auch nicht auf magische Weise mehr – und deshalb ist mein aktuelles Ziel den SuB unter 100 Bücher zu lesen. Aktuell – heute am 29.09.2022 – liegt mein SuB bei 111 Büchern, es ist also machbar. Hoffe ich :). Was mir aktuell ganz besonders hilft sind immer noch die Buddyreads und die sogenannten „22 in 22“-Listen – also 22 Bücher, welche ich unbedingt in 2022 lesen will. Damit lassen sich gerade sogenannte SuB-Leichen, die laut dem ultimativen Plan nicht aussortiert wurden, wunderbar abarbeiten. Natürlich immer vorausgesetzt, man hält sich daran. Sich daran zu halten kann man auch etwas provozieren, in dem man diese Liste in einer kleinen Gruppe aus Buchliebhabern teilt und sich gegenseitig anspornt.

 

Wie lautet nun mein Fazit zu meinem Stapel der ungelesenen Bücher? Ich stehe ganz klar zu ihm, ich schäme mich nicht dafür, dass ich über 100 noch ungelesene Bücher daheim habe. Ich finde, diese drücken einfach sehr deutlich aus, wie sehr ich Bücher liebe und wie gern ich in all diese Geschichten hineinkriechen möchte. Deshalb differenziere ich auch zwischen Sandra, der Buchleserin, und Sandra, der Buchhorterin. Und ja, die eine Sandra ist manchmal böse auf die andere Sandra, aber das mache ich ganz wunderbar mit mir selber aus. Meine Botschaft an euch ist also, dass ihr zwar euren SuB im Blick behalten solltet, eine Eskalation dort kann echt erdrückend sein, aber schämt euch nicht dafür, sondern seid stolz, dass ihr all diesen Büchern ein Zuhause gegeben habt.

 

Und nun seid ihr gefragt, wie hoch ist euer SuB? Habt ihr einen Plan, wie ihr diesen abbauen wollt? Oder sagt ihr euch „Who cares?“ und betrachtet einfach nur verliebt eure Bücher?

 

Eure Sandra

 

P.S.: Anlass zu diesem Beitrag war der folgende Bloggerbrunch: Bloggerbrunch bei Der Duft von Büchern und Kaffee.

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  1. Hallo liebe Sandra,
    ich finde es so spannend zu lesen, wie andere Blogger zum Lesen gekommen sind und wie sich so klamm und heimlich doch bei den meisten doch früher oder später ein SuB gebildet hat.
    Bei mir hat sich dieser Prozess auch eher schleichend eingestellt.
    Interessanterweise ist mein erster SuB tatsächlich durch eine SuB-Abbau-Challenge entstanden. Ich wollte so unbedingt an dieser Aktion teilnehmen, bei der es darum ging Bücher nach einem Bingofeld zu erlesen. Da ich ja noch keinen SuB hatte, brauchte ich also für die einzelnen Felder passende Bücher. Tja … und dann habe ich eingekauft … :o)

    Erst hatte ich nur einen kleinen Stapel ungelesener Bücher auf meinem Nachttisch, Der nahm dann aber durch die Jahre zu. Mein fester Vorsatz bestand darin es bei einem Stapel zu belassen. Dann gab es jedoch einen zweiten. Der passte auch noch auf den Nachttisch. Beide Stapel wurden mit der Zeit immer höher. Eines Nachts habe ich mich dann mal mit meinem Mann darüber unterhalten, was wohl wäre, wenn dieser Stapel einstürzen würde. Am besten noch mitten in der Nacht. Das aufgeworfene Szenario hatte, so fand ich, einige Horrormomente. Tja und dann habe ich getan, was ich nie tun wollte: Einen Stapel neben dem Nachttisch begonnen.
    Ich verstehe dich also nur zu gut! :o)

    Aber ich habe noch nicht aufgegeben. Mein Plan steht jedes Jahr erneut: Ich möchte den SuB runterlesen … zumindest auf Nachttischhöhe ;o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    1. Hi Tanja,

      die Story mit dem Nachttisch ist klasse. So spielt das Leben eines lesenden Menschen. Bei Sandra das kleine Bücherregal mit 5 Brettern, bei dir der Nachttisch.
      Ich liebe solche Insider – da rücken wir doch alle ein Stück zusammen.

      Liebe Grüße
      Tina

    2. Hi Tanja,
      okay der Weg zu deinem ersten SuB ist ja wirklich witzig :)!
      Ja Ziele setzen ist gut, und ich bin mir sicher, wir schaffen es bis zum Ende des Jahres :).

      Liebe Grüße
      Sandra

  2. Hallo Sandra,

    9 Jahre? 9 Jahre! Alter Verwalter, wehe, du machst kein riesen Ding aus deinem 10-Jährigen!

    Oh, jetzt hab ich viel zu sagen.
    Zunächst einmal habe ich auf Instagram geschaut, wie weit ich bei dir im Feed scrollen kann und wow 2013 und wow, wo kommen die Bilder von Diego her? *lach
    Und Bilder mit Weihnachtsgeschenken, auf denen unter anderen „Für Tina“ steht.
    Ich muss zugeben, dass das für mich viele Erinnerungen an unsere Freundschaft birgt. Dafür bin ich dankbar.
    Und dein Regal mit den 5 Brettern. I know, I remember me. Süß war das Teil. Ich glaube, irgendwann habe ich mal gesagt, dass es noch zusammenbrechen wird, dass du ein anderes brauchst. Da gabs aber noch das Platz-Thema. Was ja inzwischen nicht mehr das Ding ist.

    Auf jeden Fall arbeitest du echt gut am SUB-Abbau, meinen Respekt hast du. Denn ich weiß, dein SUB war schon höher.

    Was meinen SUB angeht. Bis vor 5 Jahren kannte ich das nicht. Ich hab null verstanden, wie man sich Bücher kauft und die dann nicht gleich liest und stattdessen noch mehr kauft. Mir war noch nicht klar, dass Bücher kaufen/sammeln und lesen ja zwei Hobbies sind…
    Es ist so crass. Stand heute sind es 79 Bücher aufm SUB. Celina hatte am Jahresanfang ähnlich viele Bücher auf dem SUB wie ich und sie ist auf 10 oder so runter…. Wow, sie liest so viel. Du ja auch.
    Und ich? Ich dümpel mit ein paar Seiten am Tag rum. Ich bin eine der gemütlichsten und langsamsten Leser, die ich kenn. *grins

    Stört mich das? Ich weiß es nicht. Ich würde gern mal alles lesen, alles, was so rum liegt. Challenges sind mir oft zu viel. Das demotiviert eher, weil ich keine Massen lese. Ich hoffe, dass ich wenigstens noch was von meiner selbst auferlegten Reihenchallenge schaffe. Das wird ein interessanter Showdown schätze ich.

    So, lang genug.

    Bis later. Tina

    1. Hi Tina,
      ja ich glaube kommendes Jahr gibt es eine kleine Feier zur Ehre des Blogs :)! Und ja die Entwicklung auf Instagram ist krass oder? Ich bin übrigens für Ideen zur Feier jederzeit offen ;). Muss mal schauen, was ich daraus mache.
      Und ja, der SuB baut sich erstaunlicherweise immer schneller auf als man denkt. Celina ist da im Abbau echt ein Vorbild 🙂 mal schauen ob ich mein Ziel bis Ende des Jahres schaffe.

      Viele Grüße
      Sandra

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