Buchrezension

[Rezension] Ein Meer aus Licht und Farben – Sylvia B. Lindström

August 8, 2021

Titel: Ein Meer aus Licht und Farben
Autorin: Sylvia B. Lindström
Seitenzahl: 240
Verlag: eden books

Vielen Dank an den eden-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!



Erneut reise ich mit Hilfe eines Sehnsuchtsort-Roman in ein neues Land, dieses Mal geht es nach Schweden. Sylvia B. Lindström, in Deutschland vor allem als Autorin bekannt, zieht es bereits in den frühen 90er in das skandinavische Land. Zusammen mit ihrem dreijährigen Sohn Hauke macht sie sich auf den Weg und hofft, in Schweden für immer eine Heimat zu finden.

 

 

„Ein Meer aus Licht und Farben“ ist ähnlich aufgebaut wie auch die bisherigen Romane, die ich aus dieser Reihe gelesen habe. Neben dem autobiografischen Anteil, in dem wir mit der Autorin oder dem Autor all seine Höhen und Tiefen durchleben, gibt es auch wieder jede Menge Einblicke in das landestypische Leben. In diesem Fall geht es nach Schweden und niemals hätte ich gedacht, dass ein Land mich so überraschen könnte. Schweden aus der Sicht von Sylvia B. Lindström wirkt wie ein Land, in das man gerne reisen darf, aber in das man bitte nicht auswandert ohne einen konkreten Plan. Dabei stellt die Autorin natürlich nicht nur die Probleme des Vorgehens in den Mittelpunkt, sondern betont auch, dass Schweden durch seine soziale Art eben auch Vorteile hat. Und die Landsleute sind, nach anfänglichen sprachlichen Schwierigkeiten, auch zu meist freundlich und offen für neue Menschen.

 

 

Etwas was mich besonders beim Lesen begeistert hat, war die Nüchternheit mit der die Autorin von allem spricht. Da wird nichts zu sehr verblümt oder extra verschönert, sondern es wird ebenso so erzählt, wie es passiert ist. Und dazu gehören auch Jobs, von denen man nicht gedacht hätte, dass es sie gibt. Finanznot, wenn man sich eben nicht mit den Steuergrundlagen von Schweden beschäftigt hat, und der daraus resultierend Existenznot. Ein Detail hat mir hierbei im Buch besonders gefallen, das Thema Liebe und mentale Gesundheit. Zunächst zur Liebe, auch hier beweist die Autorin eine tolle Darstellung der Realität. Liebe ist nicht einfach und lässt sich auch nicht einfach finden und schließen und manchmal verlebt sie sich wieder. Ich mochte die Schilderungen von Sylvia B. Lindström zu diesen Themen, vor allem, weil sie nicht absolute Präsenz in ihrem autobiografischen Roman haben, es geht ihr nicht darum zu erzählen, wie man die Liebe in Schweden findet.

 

 

Ebenso interessant waren die Passagen zur mentalen Gesundheit, auch wenn sie leicht versteckt waren und nicht unbedingt nur auf dieses Thema abzielen wollten. Dennoch wird deutlich, dass man vor allem glücklich sein sollte und sich die Frage danach, ob man es ist, jeden Morgen stellen kann um selber herauszufinden, ob vielleicht eine Änderung des Lebens notwendig ist. Genau diese Änderungen nimmt auch Sylvia in ihrem Leben vor, wenn sie merkt, dass die momentane Situation sie nicht glücklich machen kann. Gemäß dem Motto, man lebt letztendlich nur einmal, sieht sie hier auch keinen Bedarf fürs Aufschieben. Eine tolle Einstellung, die man in den eigenen Alltag einbauen sollte. 

 

 

In den Sehnsuchtsort-Romanen geht es nicht um einen riesigen Spannungsbogen, sondern viel mehr, durch die Augen und das Leben eines anderen für sich selber etwas mitzunehmen und vielleicht kleine Änderungen des Alltags als Ergebnis vorzuweisen. Zudem lernt man Orte kennen, an denen man vermutlich zu vor noch nie war oder sie jetzt einfach mit den Augen eines anderen sieht. Schweden ist für mich bisher eher eine unbekannte Größe gewesen und vor allem durch Zimtschnecken und IKEA bekannt. Meine Neugier für eine Reise nach Schweden wurde auf jeden Fall geweckt und ich hoffe, auch dieses Land im kalten Norden irgendwann entdecken zu dürfen.

 

 

 

 

Fazit:

Auch dieses Mal konnte mich ein Sehnsuchtsort-Roman von sich überzeugen und mir ein Land mit seiner Mentalität näher bringen. Und wie auch schon zuvor nimmt man für das eigene Leben etwas aus der Lebenserfahrung der Autorin mit. „Ein Meer aus Licht und Farben“ ist für jeden Leser etwas, der mehr über Schweden erfahren möchte, aber auch an interessanten autobiografischen Romanen interessiert ist. 

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