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Buchrezension

[Rezension] Die Knochendiebin – Margaret Owen

Titel: Die Knochendiebin
Autorin: Margaret Owen
Seitenzahl: 416
Verlag: Carlsen
Originaltitel: The Merciful Crow
Übersetzer: Henning Ahrens

Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

 

In der Welt von Sabor herrscht ein striktes Kasten-System. Stur gehört zu der Kaste der Krähen und wird wegen dieses Status gemieden, denn die Krähen gelten als die niederste Kaste. Dabei ist ihre Aufgabe, das Versorgen und Bestatten von Sterbenden und Toten, wichtig um die sogenannte Sündenseuche einzudämmen. Als ein Ruf aus dem Königspalast die Gruppe rund um Stur erreicht, ahnt noch keiner welche Folgen dies haben wird.

 

Margaret Owen wirft uns als Leser zu Beginn der Geschichte direkt mitten ins Geschehen. Wir befinden uns im Königspalast in dem Pah, der Anführer der Krähen-Rotte, in welche Stur lebt, den Prinzen und seinen Leibwächter von der Sündenseuche befreien und die Welt der Toten bringen soll. Aufgrund der Tatsache, dass sie der Krähen-Kaste angehören, können sie nicht von dieser Seuche befallen werden. Stur ist bereits beunruhigt, dass Pah länger als sonst bei den Sterbenden verweilt, als er endlich zurückkehrt mit den beiden Toten, scheint irgendwas nicht zu stimmen. Später erfahren wir auch was, Jasimir, der Prinz, und Tavin, sein Leibwächter, sind gar nicht durch die Sündenseuche verstorben, sondern leben. Doch was steckt hinter diesem Ablenkungsmanöver? Es erwartet den Leser in jedem Fall eine spannende Reise quer durch das Königreich Sabor.

 

Was mich an Fantasybüchern immer wieder fasziniert ist der Weltenaufbau. Nur eine gut durchdachte und abwechslungsreiche Welt kann mich in ihren Bann ziehen und macht das Buch zu einem echten „Alltagsvergesser“. Und Margaret Owen hat mit ihrem Kasten-System und den damit verbundenen Fähigkeiten eine Welt wirklich interessante und tolle Welt geschaffen. In dem sie uns mitten in diese Welt hinein wirft sind wir als Leser angehalten, all die Geheimnisse und Zusammenhänge selbst zu entdecken. Damit verbunden ist ab der ersten Seite eine gewisse Spannung zu spüren, die meine Neugier geweckt hat und bis auf einige Stellen, bleibt diese Spannung bis zum Ende erhalten.

 

Stur selbst ist eine interessante Protagonistin, vor allem, weil sie nicht sonderlich sympathisch ist. Zumindest am Anfang macht sie auf ihre raue und eben sture Art auf sich aufmerksam, aber irgendwie finde ich genau diese Antisympathie an ihr sympathisch, denn damit wird sie realistisch und greifbarer. Bei ihrer Vergangenheit und den Lebensumständen ist es verständlich, dass man nicht mit rosa Herzchen in den Augen durch die Gegend hüpft. Daran ändert auch nichts eine eventuell aufkeimende Liebesgeschichte, die zum Glück nicht überschwänglich aufgespielt wird, sondern ganz langsam beginnt. Insgesamt baut sich die Spannung von Anfang auf und kann sich konstant bis Ende halten, dazu trägt nicht nur die geschaffene Welt und die Protagonistin bei, sondern auch der Schreibstil. Nach dem Ende möchte ich nun unbedingt auch den zweiten Teil lesen, denn natürlich erwartet den Leser hier ein kleiner Cliffhanger.

 

 

Fazit:

Der Auftakt der Dilogie  ist gelungen, sowohl die Welt mit ihren magischen Zügen, als auch die Protagonisten konnten mich überzeugen. Man wird in die Welt hineingeworfen, findet sich jedoch schnell zurecht und man will unbedingt wissen wie es mit Stur, Jasimir und Tavin weiter geht. Fantasy-Fans finden in „Die Knochendiebin“ definitiv ein tolles Buch mit allem was das Leserherz begehrt. 

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