Buchrezension

[Rezension] When Katie met Cassidy – Camille Perri

Juni 12, 2020

Titel: When Katie met Cassidy
Autorin: Camille Perri
Seitenzahl: 272
Verlag: bold
Originaltitel: When Katie met Cassidy
Übersetzerin: Barbara König


Vielen Dank an den bold-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

 

Plötzlich steht Katie Daniels allein in ihrer alten Wohnung. So hatte sie sich ihr Leben in New York als Anwältin nicht vorgestellt. In ihrer Vorstellung gab es keine Kisten, zwischen denen sie hausen würde und auch kein totales Chaos in ihrem Kopf. Bei einer wichtigen Verhandlung in ihrer Anwaltsfirma trifft sie dann auf Cassidy, und diese kühle Frau im maßgeschneiderten Anzug, wirft sie komplett aus der Bahn.

 

Dieses Buch wurde bereits letztes Jahr vorgestellt und von dem Moment an war ich gespannt, was mich bei „When Katie met Cassidy“ erwarten würde. Leider lesen wir viel zu selten Geschichten, in denen eine lesbische Liebe im Vordergrund steht. Umso schöner, dass hier eine Own Voice Geschichte direkt mein Herz erobert hat, denn Katies und Cassidys Geschichte hat mich wirklich gefesselt.

 

Und dabei könnten Katie und Cassidy nicht unterschiedlicher sein. Cassidy ist tough, strahlt Selbstbewusstsein aus und dominiert ganz klar einen Raum. Sie hält sich nicht an konventionellen Regeln und lebt ihr Leben, dazu gehört es auch Anzüge zu tragen, statt Kostüm oder eben auch die Herzen aller Frauen in ihrer Lieblingsbar zu brechen. In jeder Sekunde wirkt sie berechnend, standhaft und irgendwie auch kalt. Doch dank Katie erleben wir sie immer mehr von einer anderen Seite. Das ganze Gegenteil von Cassidy ist Katie. Ihr Kleidungsstil schreit „Femme fatale“, sie wirkt manchmal etwas tollpatschig und ihr ganzes Gemüt ist positiv geprägt. Und gerade ihr Schmerz nach der Trennung, welchen sie offen zeigt, konnte ich nachvollziehen. Sie zeigt nach Außen immer noch das lustige Mädchen, dass früher gerne geritten ist, aber in ihren vier Wänden herrscht nur noch Chaos.

 

Liebesgeschichten, in denen sich gegensätzliche Charaktere anziehen und gegenseitig dafür sorgen, dass ihre Wunden heilen, gibt es viele, dennoch hat mich „When Katie met Cassidy“ besonders mitgenommen. Katie durchlebt fast schon eine Sinnkrise als sie Cassidy küsst und kann sich nicht vorstellen lesbisch zu sein, dennoch beschäftigt sie sich mit dieser Thematik, liest Bücher dazu und versucht ihre Gefühle nicht mit Gewalt zu unterdrücken. Sie macht Fehler, und gerade diese haben mich auf die Folter gespannt, aber letztendlich wird durch Katie deutlich, dass wir uns in Bezug auf Sexualität nicht immer versteifen müssen. Man sollte lieben, wenn man will, und sich nicht immer von alten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen davon abbringen lassen. Meines Erachtens hat Camille Perri dies wunderbar durch Katie repräsentiert.

 

Fazit:

„When Katie met Cassidy“ ist eine New Adult Liebesgeschichte, die sich bewusst mit dem Thema der Findung der eigenen Sexualität auseinandersetzt und einer Own Voice Autorin eine Stimme gibt. Die Geschichte von Katie und Cassidy wird mich noch eine Weile beschäftigen und ich kann dieses Buch auf jeden Fall jedem empfehlen.

 

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  1. Liebe Sandra,

    ein NA-Story mit einem anderen Weg der Selbstfindung, einen offenen Weg, so wie es aussieht. Klingt gut und ich kann auch sehr gut nachempfinden, dass es wichtig ist, sich nicht zu versteifen und alte Dinge mit sich herum schleppt.

    Liebe Grüße
    Tina

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