Buchrezension

[Rezension] Zwölf Tage und immer – Elise Bryant

September 10, 2023

Titel: Zwölf Tage und immer
Autorin: Elise Bryant
Seitenzahl: 304
Verlag: Carlsen
Originaltitel: One true loves
Übersetzerin: Sylke Hachmeister

 

Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares!

 

 

Lenore erwartet ein spannender Sommer in Europa, doch plötzliche Zweifel an ihrer geplanten Zukunft lassen dunkle Wolken aufziehen. Stand bisher immer ganz klar New York als nächstes Ziel auf dem Plan, scheint dies seit geraumer Zeit nicht mehr das zu sein, was Leonore will. Doch was will sie stattdessen? Der kommende Urlaub könnte dabei vielleicht Klarheit schaffen, wäre da nicht Alex, der ihr gehörig den Kopf verdreht mit seiner hoffnungslos romantischen Art.

 

„Zwölf Tage und immer“ ist bereits der zweite Roman von Elise Bryant und tatsächlich begegnen uns einige Figuren aus ihrem ersten Buch in dieser Geschichte. Das hat beim Lesen für einige schöne Momente gesorgt und es stellt eine tolle Verbindung her. Ebenfalls wundervoll finde ich, dass der Carlsen-Verlag das Originalcover übernommen hat, mit all den vielen kleinen Details und Hinweisen. Teilweise kann man sich verlieren im Cover, weil plötzlich Dinge darauf zum Inhalt passen und man schmunzelt.

 

Für Lenore wird es nach dem Sommer ernst, das Leben in New York und am College geht für sie los. Doch je näher der Moment kommt, umso unsicherer wird sie mit ihrer Entscheidung. Für ihre Eltern ist dies jedoch nicht nachvollziehbar, denn für sie ist der Weg von Lenore klar zu sein. Schließlich wollen sie das ihre Kinder etwas aus sich machen und auf die Füße kommen und das Beste aus sich herausholen. Das es Lenore schwer fällt neben ihrem perfekten Bruder und ihrer superintelligenten Schwester zu bestehen, sehen ihre Eltern nicht. Sie glauben, dass Lenore einfach nur einen Schubs braucht, und daher setzen sie ihr ein Ultimatum, am Ende der Schiffsreise muss sie wissen, was sie in New York studieren will. Für Lenore steigert sich damit der Druck umso mehr und sie verzweifelt an der Herausforderung.

 

Dabei stößt sie – ganz im Sinne ihrer romantischen Freundin Tessa – direkt am ersten Tag auf Alex. Alex sieht nicht nur süß aus, sondern ist zudem auch noch unheimlich romantisch und liebevoll. Lenore glaubt jedoch nicht an die Liebe, sie ist zu rational und hat nicht daran geglaubt, dass es die eine große, erste Liebe geben kann. Doch eventuell rüttelt Alex jetzt an ihrer Einstellung dazu, denn er erweckt Gefühle in ihr, die sie so noch nie gefühlt hat. Ich mochte es sehr, den beiden dabei zuzuschauen, wie sie sich kennenlernen und dabei auch Dinge über sich selbst heraus finden.

 

Dieser Coming-of-Age-Roman führt uns vor Augen, wie es ist, die erste Liebe zu finden, den Erwartungen der Menschen gerecht zu werden und dabei dennoch für sich selbst einstehen zu können. Lenore ist dabei zum Glück nicht perfekt, sondern macht Fehler und präsentiert ungehemmt jugendliche Schwächen. Aber auch, dass es wichtig ist, aus den Fehlern zu lernen. Lenore besticht dabei durch ihre witzige Art, mit denen sie den Menschen einen Konter gibt und selbst dann an sich glaubt, wenn es vielleicht nicht die richtige Entscheidung ist. Dabei beweist sie Stärke nicht nur gegenüber Alex – der ihr bei der ersten Begegnung noch unsympathisch ist – sondern auch gegenüber ihren Eltern. Das Ende war dabei für mich trotz Happy End überraschend und emotional.

 

 

 

Fazit:

Elise Bryant hat mit „Zwölf Tage und immer“ eine Coming-of-Age-Geschichte geschrieben, die mich auf viele Weise berührt hat. Sie ist kurzweilig und verspricht beim Lesen tolle Momente. Das i-Tüpfelchen war für mich, dass die Autorin neben den romantischen und witzigen Elementen, und denen bei den das Erwachsen-werden diskutiert wird, auch noch auf den Alltagsrassismus eingeht und aus Sicht einer schwarzen Familie zeigt, wie viele Probleme in unserer Gesellschaft noch heute existieren. Ich hoffe, dass wir ganz bald wieder etwas von Elise Bryant zu lesen bekommen.

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