Buchrezension

[Rezension] Der Hof – Simon Beckett

April 13, 2015



Titel: Der Hof

Autor: Simon Beckett
Seitenzahl: 464
Verlag: Wunderlich
Originaltitel: Stone Bruises

Klappentext:
Auf der Flucht vor dem Gesetz findet der Engländer Sean, unfreiwillig, Unterschlupf auf einem abgelegenen und heruntergekommenen Bauernhof in Südfrankreich, der von der Familie Arnaud bewohnt wird. Schnell realisiert er, dass abseits der gewöhnlichen Probleme, die die Arnauds plagen, auch noch weitaus dunklere Geheimnisse auf dem Hof begraben sind – und, dass das Wissen um das Verborgene, die Möglichkeit für ihn, den Hof jemals wieder zu verlassen, in unerreichbare Ferne rücken lässt. (Quelle: Verlag)

Meine Meinung:
Mir ist klar, dass dies kein David-Hunter-Roman ist, dennoch erwartet man Leser seiner zuletzt veröffentlichen Werke eine gewisse Steigerung oder Kontinuität. Leider passiert nichts davon. Während ich bei „Die Chemie des Todes“ noch gebangt habe und mich kaum traute die Seite um zu schlagen, wollte ich bei „Der Hof“ einfach nur vorwärts kommen um es zu beenden.

Mit dem Protagonisten Sean bin ich nicht so richtig warm geworden, obwohl er sehr nett und freundlich wirkt. Dennoch konnte ich seine Entscheidungen nicht immer nachvollziehen und er war mir nicht „nah“. Auf dem Hof lebt die Familie Arnaud, bestehend aus Papa Arnaud, Gretchen und Mathilde mit ihrem Sohn Michel. Schnellt wird auch hier klar, das etwas auf dem Hof nicht stimmt, und es war mir relativ schnell klar wie die Zusammenhänge sind. Einzig eine kleine Aufdeckung am Ende konnte mich dann wirklich noch überraschen, aber sie war für die Handlung so unwesentlich.

Parallel zu der Handlung auf dem Hof erfahre wir was Sean in der Vergangenheit in London passiert ist, und wieso es zu seiner Flucht nach Frankreich kam. Diesen Teil der Story fand ich fast schon interessanter als die Geschichte auf dem Hof, was vor allem daran lag, dass diese Geschichte viel schneller und flüssiger vorwärts ging. Das Ende zu dieser kleinen Nebengeschichte fand ich schlüssig und gut.

Schön an dem Buch fand ich die Beschreibungen und „Kopfbilder“ die Simon Beckett nur durch seinen Schreibstil schafft, dass ist etwas was ich schon immer an ihm und seinen Bücher schätze. Auch wenn ich die Handlung zu lang gezogen und in sich sehr fragwürdig fand, machen diese wunderbaren Beschreibungen viel aus, denn sie führen dazu, dass man das Buch dennoch gut und flüssig lesen kann.

Wenn ich die Handlung nun im Nachgang reflektiere, fällt mir auf, dass es mir schwer fiel am Anfang des Buches ein Ziel zu erkennen und am Ende auch kein Ziel erreicht wurde. Es kam weder einen erkennbaren Bösewicht der aufgehalten werden musste, noch einen Mörder der der immer mehr Menschen tötet wenn ihn niemand stoppt oder eine Frau die man erobern wollte. Irgendwie wäre die Welt auch ohne Sean’s Besuch auf dem Hof weitergegangen, und eigentlich geht es in einem Thriller ja um etwas anderes.

Fazit:
Letztendlich war meine Erwartungshaltung doch etwas zu hoch und das Buch konnte mich nicht so recht fesseln. Die Geschichte wirkt zu lang gezogen, teilweise ist es wie ein alter Kaugummi der sich in der Hitze Frankreichs dahinzieht. Einzig die Kopfbilder die Simon Beckett schaft sind wirklich gelungen und immer wieder lesenswert. Bei einem Thriller erwarte ich mehr Spannung und ein Ziel welches der Protagonist verfolgt.

3 von 5

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  1. Ich bin absolut deiner Meinung, mich konnte das Buch leider auch nicht überzeugen, obwohl der Klappentext so interessant war. Aber was meinst du denn mit den "Kopfbildern" von Simon Beckett, die so gelungen und lesenswert sein sollen?

    Liebste Grüße,
    Bianca

  2. Hallöchen 🙂
    Ich kann dir in allem absolut zustimmen. Es war kein typischer Beckett und ließ mich wirklich enttäuscht zurück. Mich wundert es selbst, dass ich bis zum Schluss durchgehalten habe. Dafür konnte mich das neue Buch von Beckett wieder fesseln 🙂

    Liebe, sonnige Grüße

    Janine von read.craft.love.
    #litnetzwerk

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